Die Anfänge

Die Weltweite Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren war selbst im beschaulichen Thun spürbar. Hans Moser hatte vergeblich nach einer lohnender Anstellung als kaufmännischer Angesteller gesucht, selbst im Ausland war die Suche zwecklos, da ihm die Arbeitsbewilligung überall versagt wurde. So entschloss er sich sesshaft zu werden und ein Detailgeschäft zu eröffnen. Er wählt den Lebensmittelhandel und eröffnete das Geschäft Ende November im Jahre 1934.
Damals wurden die meisten Lebensmittel offen geliefert und vor dem Kunden abgewägt und verpackt. Anfangs war das Geschäftsleben sehr schwer, durch sinkende Preise musste Hans Moser seine Waren teils sogar unter dem Einstandspreis verkaufen. An manchen Tagen hatte er fast ebenso viele Vertreter wie Kunden im Geschäft. Dann folgte das erste Weihnachtsgeschäft, dass er durch die bevorzugte Lage im Bälliz gut meisterte. Mit seiner Frau lieferte er sich einen Wettstreit wer die schöneren Geschenke verpackt.
Wie üblich zu der Zeit führte Hans Moser eine kleine Auswahl an Tabakwaren, als ein Kunde nach einer Pfeife fragte, hat er dies als Anlass genommen das Raucherwarensortiment zu erweitern.
1936 folgte die Eintragung ins Handelregister unter der Bezeichung "Kolonialwaren- und Cigarrenhandlung". Kurzum eröffnete ca. 100m weiter unten im Bälliz die erste Migros in Thun, was für das Geschäft von Hans Moser einen grossen Kokurrent war, da die Mirgos ihre Waren erheblich günstiger anbieten konnte. Davon liess sich Hans Moser jedoch nicht einschüchtern und hat mit seinem Fachwissen und dem Kundenorientierten Service eine Stammkundschaft aufbauen können.
Es folgte eine Spezialisierung auf Kaffee und Tee, mit eigener Kaffeerösterei. Die frischen Mischungen die er feil bot und der betörende Duft des Röstens lockte etliche neue Kunden ins Geschäft.
Auch bei den Raucherwaren ging er einen Schritt weiter und bot eine grosse Auswahl an offenen Tabaken, die er nach Kundenwunsch zusammen mischte. Pfeifen importierte er selbst aus den USA. Ein Schaufenster dekorierte er vorzugsweise mit Raucherwaren, dass er mit selbst entworfenen Bildern und Dekorationen liebevoll gestaltete.

2. Weltkrieg und andere Turbulenzen

1939 wurden Ende August die Schweizer mobilisiert, es folgten schwere Zeiten mit rationierten Lebensmittel, viel Umtrieben mit Behörden. Hans Moser fehlte durch seinen Aktivdienst im Geschäft, seine Frau Gertrud war alleine mit der frisch geborenen Tochter und musste mit der Lehrtochter den Laden am laufen halten. Durch die präkere Wirtschaftlage und die Rationierung der Lebensmittel durch den Krieg war dies sicherlich keine einfache Aufgabe für Gertrud. Sie meisterte diese jedoch mit Bravur.
1943 - Hans Moser war vom Aktivdienst zurück, die Umsätze stiegen, jedoch fehlte es an Waren, so dass er nicht allen Kunden gerecht werden konnte. Seit Jahren kämpfte er mit dem Tabakverband um die Anerkennung als Spezialgeschäft, doch ohne Erfolg, leere Versprechungen war alles war er erhielt. Was ihm der Verband versagte, bekam er längst durch seine Kundschaft bestätigt.
1948 wurde im Juli endlich die Rationierung, 3 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, aufgehoben. 

Grosse Veränderungen

1960 entschloss sich Hans Moser den Verkaufsraum auf Halbselbstbedieung umzustellen, da der Verkauf von offenen Lebensmittel stark abgenommen hat und durch Vorverpackte Markenartikel ersetzt wurde. Eine vollständige Selbstbedienung war auf Grund der kleinen Ladenfläche und durch das beratungsintensive Raucherwarensortiment nicht gegeben. Sämtliche Umbauarbeiten konnte Hans Moser mit einem Schreiner Abends nach Geschäftsschluss in einer Woche, ohne Geschäftsunterbruch selbst erledigen. Im selben Jahr eröffnete er eine Frucht- und Gemüseabteilung. 
Im Jahre 1967 wurde die Schaufensterfront neugestaltet, ein Metallrahmen mit einem Schiebefenster, so konnte die Kundschaft die Früchte und das Gemüse direkt vor dem Geschäft aus dem Fenster aussuchen.
Anfang der 1970er Jahre wurde aus dem Bälliz mehr und mehr ein Geschäftsviertel. Immer weniger Menschen lebten in der Strasse und das Geschäft wurde immer abhängiger von Passanten. Was jedoch nicht nur schlechtes bedeutete, dank der Guten Lage konnte das Geschäft von Touristen aus aller Welt profitieren.
Jedoch sanken die Umsätze bei den Lebensmitteln stetig und durch die grosse Konkurrenz der Discounter wurden die kleinen Lebensmittelgeschäfte nicht mehr von der Kundschaft berücksichtigt. So folgte 1976 der Entscheid das Geschäft in ein reines Tabakwarengeschäft umzuwandeln. 
So hing im Geschäft ein Plakat mit der Aufschrift:
"Bekanntmachung - In letzter Zeit hat sich das Verhalten des Konsumenten zu Ungunsten des privaten Lebensmittel-Detaillisten sehr verändert. Der Verkauf in Kleinstmengen ist nicht mehr kostendeckend, und so haben wir, nach 42 Jahren den Verkauf von Lebensmitteln eingestellt. Kaffee aus eigener Rösterei solange Vorrat. Weinverkauf wie bisher. Die Raucherwarenabteilung wird als Cigarren - Spezialgeschäft weiter geführt. Unseren treuen Kunden danken wir herzlich und empfehlen uns höflich. Familie H. Moser"
 

2. Generation

Mit der Umstellung des Geschäftes in ein Tabakwaren Spezialgeschäft wurden auch die Tabakhausmischungen schrittweise von 3 auf 12 verschiedene Sorten erhöht und im 1. Stock des Gebäudes wurde eine Pfeifenreparatur Werkstatt eingerichtet die mit vollem Arbeitseinsatz von dem Sohn Hans-Jürg  in Betrieb genommen wurde. Hans-Jürg wurde mit vielen Tipps und Tricks von Herrn Larsen (damaliger Chefdesigner der Firma Stanwell, Dänemark) unterstützt und beraten. So liess er auch nicht lange warten und startete neben den Reparaturen mit der Fertigung eigener Pfeifen, die im Laden mit Begeisterung von pfeifenrauchenden Kunden gekauft wurden.
Anfang der 80er wurde das Sortiment um Schweizer Taschenmesser erweitert und dank der Anschaffung der ersten Graviermaschine konnten die Messer mit einer individuellen Gravur versehen werden.
Anfang 1985 ist Hans Moser verstorben und so wurde das Geschäft von Hans-Jürg weitergeführt, durch seine Jahre lange Erfahrung im Laden und mit Unterstützung von seiner Frau hat Hans-Jürg den Anti-Raucher-Kampagnen getrotzt. Immer wieder fanden Branchenfremde Artikel den Weg in das Geschäft. Pins, T-Shirts und Uhren gingen über den Ladentisch, jedoch hat sich bis auf die Schweizer Taschenmesser, keiner der Artikel lange halten können.

Eröffnung Pfeifenstube

In den 90er Jahren wurde die Pfeifen Werkstatt ins Erdgeschoss verlegt um Platz für eine umfangreiche Pfeifenausstellung zu schaffen. Die Pfeifenstube wurde begeistert von der Kundschaft aufgenommen. Die grosse Auswahl an verschiedenen Markenpfeifen wurde zum Steckenpferd unseres Geschäfts. Viele handgemachte Pfeifen von namhaften Pfeifenmacher fanden den Weg in unser Sortiment und so wurde unsere Ausstellung immer wieder durch exklusive handgefertigte Unikate ergänzt. Auch heute noch ist unsere Pfeifenstube ein beliebtes Ziel von Pfeifenrauchern aus der ganzen Schweiz.

Im Wandel der Zeit

Anfang der 2000er Jahre trat die dritte Gerneration ins Geschäft ein. Nach der Ausbildung zum Detailhandelsangestellten ist Martin ins Familienunternehmen eingetreten. Kurze Zeit später nach Beendigung der Ausbildung ist auch die zukünftige Frau Rahel von Martin ins Geschäft gekommen.
Durch die immer strikteren Anti-Raucher-Kampagnen wurde die Tabakbranche hin und wieder aufgewühlt, jedoch wurde bemerkbar, dass der Bewusste und Genussvolle Konsum stetig wuchs. So wurde 2005 ein grosser begehbarer Humidor für Cigarren gebaut. Durch die Erweiterung des Cigarrensortiments konnten auch viele kleinere Marken berücksichtigt werden, die vorher keinen Platz im Regal gefunden hatten.
Auch der stete Ausbau unserer Hausmischungen von Pfeifen wurde nicht vernachlässigt, das Sortiment ist mittlerweile auf 34 verschiedene Sorten gewachsen, wobei einige Mischungen gekommen und wieder gegangen sind.

3. Generation

Im Herbst 2013 wurde das Geschäft von Martin und Rahel Moser übernommen. Hans-Jürg und seine Frau sind bis heute im Hintergrund mit Rat und Tat an unserer Seite.
Nach der Geschäftsübernahme wurde die Taschenmesserabteilung stetig ausgebaut und mit weiteren Outdoorartikeln ergänzt. Auch die Gravurmaschinen wurden um einen UV-Drucker und eine Lasergravurmaschine ergänzt. So konnten wir immer mehr Kundenwünsche erfüllen.
2019 ging der Onlineshop www.druckundgravur.ch online. Wie der Name schon vermuten lässt, werden im Onlineshop vorallem Artikel zum gravieren und bedrucken angeboten. Man kann die Messer, Feuerzeuge, Flachmänner, etc. mit persönlichen Bildern und Texten gestalten.
Bis auf Tabakwaren finden Sie einen Grossteil unseres Sortiments auch im Onlineshop.